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Netzfilter werden in
Niederspannungsverbraucheranlagen zur Reduzierung von
Oberschwingungsströmen
und damit auch zur Verbesserung der Netzqualität
eingesetzt.
Passive
Netzfilter
sind auf bestimmte Oberschwingungsströme abgestimme
Filterkreise (Serienschaltung Leistungskondensator mit
Filterkreisdrossel)

Aktive
Netzfilter
sind geregelte Oberschwingungserzeuger, die einen um
180°el gedrehten Oberschwingungsstrom verursachen und
damit die Oberschwingungsströme kompensieren. Mit
aktiven Netzfiltern kann man den Netzstrom von
Stromrichtern und anderen nichtlinearen Verbrauchern wieder
sinusförmig ausregeln.
Oberschwingungsströme
entstehen durch Verbraucher, welche dem Netz einen
nicht-sinusförmigen Strom entnehmen. Diese Verbraucher
sind vor allem gesteuerte Gleichrichter (USV-Anlagen,
Frequenzumrichter, Gleichstromsteller), Schaltnetzteile,
Schweißmaschinen, Induktionsöfen aber auch
Elektromotore und Transformatoren mit ungenügend
bemessenen Eisenkernen.
Bei allen vorgenannten Verbrauchern werden dem Netz
periodische nicht sinusförmige Ströme entnommen.
Dieser Strom kann nach Fourier in eine (50 Hz)
Grundschwingung und eine Anzahl von Oberschwingungen (ganze
Vielfache von 50 Hz) zerlegt werden. Im Netz fließen
in Wirklichkeit daher Ströme von unterschiedlichen
Frequenzen, welche an den Netzimpedanzen
Spannungsabfälle entsprechend ihrer Frequenz
verursachen. Diese Spannungsabfälle wiederum sind der
ursprünglich sinusförmigen Netzspannung
überlagert und verzerren diese (Netzrückwirkung).

typische Stromform eines
Schaltnetzteiles mit der Verteilung der harmonischen
Oberschwingungsströme
Werden aber nahe den
Oberschwingungserzeugenden Verbrauchern Filter an das Netz
geschaltet, fließen die Oberschwingungsströme
nicht mehr (oder nur zu einem geringen Teil) über das
vorgelagerte Netz und verursachen daher in diesen Bereichen
keine (oder nur wesentlich verminderte)
Spannungsabfälle. Dadurch wird eine entsprechende
Verbesserung der Netzqualität erreicht.
Die eingesetzten Filter müssen auf die Leistung und
auf die Art der oberschwingungserzeugenden Verbraucher
abgestimmt werden.
Generell gilt, je höher die Ordnung der
Oberschwingung, desto niedriger deren Amplitude! Die am
meisten störenden Oberschwinungsströme sind
einerseits die durch 3 teilbaren (3., 9., ...) weil diese
nur über den Neutralleiter rückfließen
können und diesen daher überlasten können
(bis zu 1,5 facher Nennstrom bezogen auf die
Außenleiterströme im Drehstromsystem kommen
vor!), andererseits die 5. und 7. Harmonische
Oberschwingungen, da diese aufgrund der großen Zahl
der eingesetzten Stromrichter beachtliche Amplituden
erreichen.
| Verbraucher | relevante Oberschwingungen |
|---|---|
| Schaltnetzteile (PC, TV-Geräte) |
3., 5., 7., 9., 11.
|
| 6-pulsige Stromrichter |
5., 7., 11., 13.
|
| 12-pulsige Stromrichter |
11., 13, 23., 25.
|
Daraus erkennt man auch, dass 12-pulsige Stromrichter wesentlich geringere Netzrückwirkungen bewirken als 6-pulsige Stromrichter!
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